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Marketing-Glossar

Was ist Suchvolumen?

Wie oft ein Begriff monatlich gesucht wird. Wichtig: hohes Volumen nützt nichts ohne Kaufabsicht dahinter.

Suchvolumen im Detail

Suchvolumen beschreibt die geschätzte Anzahl an Suchanfragen, die ein bestimmter Begriff über einen definierten Zeitraum bei einer Suchmaschine erhält – in der Praxis meist Google, gemessen als Durchschnittswert pro Monat. Tools wie der Google Keyword Planner, Ahrefs oder Sistrix leiten diese Zahl aus anonymisierten Klickdaten und Werbeauktionen ab und geben sie häufig nicht exakt, sondern in Bandbreiten aus, etwa 100 bis 1.000 monatliche Suchanfragen. Das liegt daran, dass die tatsächlichen Rohdaten der Suchmaschinen nicht öffentlich zugänglich sind – jede Angabe zum Suchvolumen ist also eine Modellierung, keine Zählung.

Entscheidend ist dabei weniger die absolute Höhe des Suchvolumens als die Frage, wer hinter der Suche steht und was diese Person als Nächstes tun möchte. Ein Begriff mit 5.000 Suchanfragen im Monat kann wirtschaftlich uninteressanter sein als einer mit 50, wenn Ersterer überwiegend aus Neugier oder für private Recherche eingegeben wird und Letzterer eine konkrete Kaufabsicht oder einen Beratungsbedarf signalisiert. Suchvolumen korreliert außerdem meist mit Wettbewerb: stark gesuchte, generische Begriffe sind in der Regel auch am dichtesten mit Wettbewerbern besetzt, während spezifischere, sogenannte Long-Tail-Begriffe niedrigeres Volumen, aber oft höhere Abschlusswahrscheinlichkeit bieten.

Ein verbreitetes Missverständnis ist, Suchvolumen sei ein stabiler, absoluter Wert. Tatsächlich schwankt es saisonal – etwa beim Weihnachtsgeschäft, bei der Gartenpflege im Frühjahr oder bei Heizungsthemen im Herbst – und verändert sich mit gesellschaftlichen Trends oder neuen Produkten. Zudem wird das ausgewiesene Suchvolumen meist auf nationaler oder überregionaler Ebene berechnet, während lokal tätige Unternehmen davon nur einen Bruchteil tatsächlich erreichen können. Wer Keywords ausschließlich nach der Höhe des Suchvolumens auswählt, ignoriert deshalb häufig, ob der Begriff überhaupt zur eigenen Zielgruppe und zum eigenen Standort passt.

Suchvolumen wird in der Praxis häufig mit benachbarten Begriffen vermischt, von denen es sich klar abgrenzen lässt. Von tatsächlichem Traffic unterscheidet sich das Suchvolumen dadurch, dass es nur die Anzahl der Suchanfragen zählt, nicht die Klicks, die eine Seite davon abbekommt – Featured Snippets, Anzeigen und die eigene Position in den Ergebnissen entscheiden erst darüber, wie viel von diesem Suchvolumen überhaupt bei der eigenen Website ankommt. Auch mit der reinen Marktnachfrage ist Suchvolumen nicht gleichzusetzen, da es nur die digitale Suche abbildet, nicht den tatsächlichen Bedarf dahinter. Drei Fehler wiederholen sich dabei: Unternehmen setzen Suchvolumen mit garantiertem Besucherzuwachs gleich, sie vergleichen Werte verschiedener Tools direkt, obwohl jedes eine eigene Methodik nutzt, und sie übersehen, dass ein Tool mehrere ähnliche Formulierungen oft zu einem einzigen Suchvolumen-Wert bündelt.

Was heißt das für Ihr Unternehmen?

Für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen lohnt sich der Blick auf das Suchvolumen vor allem als Realitätscheck: Bevor Geld in Werbeanzeigen oder Inhalte für einen Begriff fließt, zeigt das Suchvolumen, ob überhaupt eine relevante Anzahl an Menschen danach sucht – und ob diese Suche zur eigenen Region passt. Ein Handwerksbetrieb aus Hannover sollte sich weniger am bundesweiten Suchvolumen für "Badsanierung" orientieren als an der lokal gefilterten Zahl für "Badsanierung Hannover", selbst wenn diese deutlich kleiner ausfällt – denn nur dieser Anteil ist für ihn geschäftlich erreichbar.

Ein Beispiel: Der Begriff "Heizung" hat ein hohes bundesweites Suchvolumen, wird aber überwiegend von Menschen eingegeben, die sich allgemein informieren, technische Probleme recherchieren oder Ersatzteile suchen. Der Begriff "Heizungsinstallateur Hannover Notdienst" hat ein deutlich geringeres Suchvolumen, dafür stammt praktisch jede Suchanfrage von jemandem mit akutem Bedarf. Für ein Unternehmen mit freien Kapazitäten für Notfalleinsätze ist der zweite Begriff trotz kleinerer Zahl wirtschaftlich relevanter, weil sich das Suchvolumen hier direkt in Anfragen mit hoher Abschlusswahrscheinlichkeit übersetzt statt in reine Informationssuche.

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