Was ist Sichtbarkeitsindex?
Kennzahl für die gesamte Google-Sichtbarkeit einer Domain im Zeitverlauf – gut für Trend und Wettbewerbsvergleich.
Sichtbarkeitsindex im Detail
Der Sichtbarkeitsindex bildet nicht eine einzelne Position ab, sondern verdichtet Tausende von Keyword-Rankings einer Domain zu einem einzigen Wert. Tools wie Sistrix oder XOVI pflegen dafür einen festen Pool an Suchbegriffen, die für den jeweiligen Markt als relevant gelten. Für jedes dieser Keywords wird geprüft, auf welcher Position die Domain in den Google-Suchergebnissen steht, und diese Position wird mit dem geschätzten Suchvolumen sowie einer angenommenen Klickwahrscheinlichkeit gewichtet – Platz eins bei einem stark gesuchten Begriff zählt also deutlich mehr als Platz acht bei einem Nischenbegriff. Die Summe all dieser gewichteten Einzelwerte ergibt den Sichtbarkeitsindex, der in der Regel wöchentlich neu berechnet wird.
Entscheidend ist dabei weniger der absolute Wert als die Entwicklung über Zeit. Weil der Sichtbarkeitsindex aus einem festen Keyword-Pool berechnet wird, lässt er sich gut nutzen, um zu beobachten, ob eine Domain über Monate hinweg an Sichtbarkeit gewinnt oder verliert, und um sich mit direkten Wettbewerbern zu vergleichen, die im selben Tool geführt werden. Problematisch wird es, wenn Werte aus unterschiedlichen Tools verglichen werden: Da jeder Anbieter einen eigenen Keyword-Pool und eine eigene Gewichtung verwendet, ist der Sichtbarkeitsindex von Sistrix nicht mit dem von XOVI oder Searchmetrics vergleichbar – selbst wenn beide dieselbe Domain betreffen.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, den Sichtbarkeitsindex mit tatsächlichem Traffic oder gar Umsatz gleichzusetzen. Er ist eine Annäherung auf Basis von Rankingdaten, keine Messung realer Besucherzahlen – die stehen erst in der Google Search Console oder in Analytics. Ebenso wird ein Rückgang oft vorschnell als Alarmsignal gedeutet, obwohl er auch daran liegen kann, dass der Tool-Anbieter seinen Keyword-Pool aktualisiert, saisonale Begriffe wegfallen oder Google die Darstellung der Suchergebnisse ändert. Und schließlich vermischt der Index oft Marken- und Nicht-Marken-Keywords: Wenn viele Nutzer gezielt nach dem Firmennamen suchen, kann das den Sichtbarkeitsindex nach oben ziehen, ohne dass die eigentliche SEO-Arbeit an neuen, themenrelevanten Rankings damit etwas zu tun hat.
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Für ein kleines oder mittleres Unternehmen liegt der Nutzen vor allem darin, die eigene SEO-Arbeit über Monate sichtbar zu machen, ohne jede einzelne Keyword-Position manuell nachzuverfolgen. Ein regionaler Handwerksbetrieb, der seine Website-Texte überarbeitet und neue Ratgeberseiten veröffentlicht, kann seinen Sichtbarkeitsindex parallel zu dem von zwei oder drei direkten Wettbewerbern beobachten. Steigt der eigene Wert über mehrere Monate an, während der der Konkurrenz stagniert, ist das ein brauchbarer Hinweis darauf, dass die Maßnahmen in die richtige Richtung wirken – auch wenn der genaue Zahlenwert für sich genommen wenig aussagt.
Sinnvoll eingesetzt wird der Sichtbarkeitsindex daher als ein Baustein neben harten Zahlen, nicht als Ersatz dafür. In einem monatlichen Reporting lässt sich die Indexkurve neben die organischen Sitzungen aus der Search Console und neben tatsächliche Anfragen oder Verkäufe legen: Zeigen beide Linien in dieselbe Richtung, bestätigt das die Wirkung der SEO-Arbeit. Laufen sie auseinander, lohnt sich ein genauerer Blick darauf, ob die gewonnene Sichtbarkeit tatsächlich bei den relevanten, kaufnahen Suchbegriffen entsteht oder eher bei Begriffen, die kaum zu Anfragen führen.
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