Was ist DNS?
Das „Telefonbuch des Internets": verbindet Domains mit Servern. Relevant bei jedem Website-Umzug.
DNS im Detail
DNS übersetzt für jede Anfrage im Internet einen Domainnamen in die IP-Adresse, unter der ein Server tatsächlich erreichbar ist. Technisch läuft das über eine Kette von Abfragen: Ein Gerät wendet sich zunächst an einen Resolver, der bei Bedarf die Root-Server, dann die zuständigen Server für die jeweilige Endung wie .de oder .com und schließlich den autoritativen Nameserver der Domain kontaktiert, bis die passende IP-Adresse feststeht. Dabei kommen unterschiedliche Eintragstypen zum Einsatz: Der A-Eintrag verweist auf eine IPv4-Adresse, der CNAME-Eintrag leitet auf einen anderen Namen weiter, MX-Einträge bestimmen den zuständigen Mailserver, und TXT-Einträge dienen häufig der Verifizierung oder enthalten Sicherheitsrichtlinien wie SPF und DKIM.
Entscheidend für die Praxis ist die sogenannte TTL, die Time to Live eines Eintrags. Sie legt fest, wie lange ein DNS-Ergebnis von anderen Servern zwischengespeichert wird, bevor es erneut abgefragt wird. Genau hier entsteht ein häufiges Missverständnis: Eine Änderung im DNS wirkt nicht überall sofort, sondern verbreitet sich erst, wenn die alten, zwischengespeicherten Einträge ablaufen - je nach TTL und Anbieter kann das von wenigen Minuten bis zu mehr als einem Tag dauern. Ein zweites verbreitetes Missverständnis betrifft die Rolle von DNS selbst: DNS steuert nicht den Inhalt einer Website, sondern nur, wohin eine Anfrage weitergeleitet wird. Fällt ein Server aus, ändert das nichts an der DNS-Auflösung - die Domain zeigt weiterhin korrekt auf die Adresse, die dann eben nicht antwortet.
DNS wird häufig mit der Domain-Registrierung selbst verwechselt: Wer eine Domain kauft, verwaltet damit nicht automatisch auch das DNS - Registrierung und DNS-Verwaltung können bei unterschiedlichen Anbietern liegen, solange die Nameserver korrekt gesetzt sind. Ebenso wenig ist DNS mit Hosting gleichzusetzen: DNS leitet Anfragen nur weiter, gespeichert und ausgeliefert wird die Website woanders. Ein typischer Fehler entsteht beim Wechsel des DNS-Anbieters oder der Nameserver, wenn bestehende Einträge nicht vollständig in die neue DNS-Zone übernommen werden - TXT- oder MX-Einträge fehlen dann plötzlich, und E-Mails kommen nicht mehr an. Häufig übersehen Unternehmen zudem, dass beim Wechsel des E-Mail-Anbieters passende SPF- und DKIM-Einträge im DNS ergänzt werden müssen, sonst landen ausgehende Mails im Spam-Ordner der Empfänger.
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Für ein kleines oder mittleres Unternehmen wird DNS vor allem dann spürbar, wenn sich an der technischen Infrastruktur etwas ändert: ein Website-Umzug zu einem neuen Hoster, die Einrichtung einer neuen E-Mail-Lösung oder die Anbindung eines externen Tools wie eines Newsletter-Anbieters. In all diesen Fällen müssen Einträge im DNS angepasst werden, und schon ein kleiner Fehler dort - eine falsche IP-Adresse, ein vergessener MX-Eintrag - legt die Erreichbarkeit der Website oder den E-Mail-Versand lahm, ganz unabhängig davon, ob die eigentliche Technik dahinter einwandfrei läuft.
Ein konkretes Beispiel: Zieht ein Betrieb seine Website von einem alten zu einem neuen Hoster um, muss der A-Eintrag der Domain auf die neue Server-IP umgestellt werden. Wird das vorher nicht durch eine abgesenkte TTL vorbereitet, sehen manche Besucher noch Tage die alte Seite, andere bereits die neue - je nachdem, welchen DNS-Server ihr Internetanbieter gerade zwischengespeichert hat. Wer die TTL rechtzeitig vor dem Umzug herabsetzt, sorgt dafür, dass die Umstellung für alle Besucher nahezu gleichzeitig sichtbar wird und die Übergangsphase planbar bleibt.
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