Was ist CRM?
Customer-Relationship-Management: das System, in dem Kontakte, Anfragen und Verkaufschancen strukturiert verwaltet und nachgefasst werden.
CRM im Detail
CRM steht für Customer-Relationship-Management und bezeichnet weniger ein einzelnes Werkzeug als einen durchgängigen Prozess: Von der ersten Anfrage über die Angebotsphase bis zum Abschluss und der Betreuung danach wird jeder Kontaktpunkt an einer Stelle festgehalten. Der Kern eines CRM ist die Pipeline – eine Abfolge von Phasen, durch die eine Anfrage wandert, etwa „neu“, „in Kontakt“, „Angebot verschickt“, „gewonnen“ oder „verloren“. Jede Phase macht sichtbar, wo eine Verkaufschance gerade steht und was als Nächstes zu tun ist.
Technisch verknüpft ein CRM Kontaktdaten mit Aktivitäten: Telefonate, E-Mails, Notizen aus Gesprächen, Termine und Wiedervorlagen landen an einem Ort statt verteilt in Kopf, Kalender und Postfach einzelner Mitarbeiter. Darauf aufbauend lassen sich Erinnerungen automatisieren – etwa eine Wiedervorlage zwei Wochen nach einem Angebot – und Zuständigkeiten eindeutig zuordnen, wenn mehrere Personen mit denselben Kunden in Kontakt stehen. Entscheidend ist dabei weniger die Software selbst als die Konsequenz, mit der Daten gepflegt werden: Ein CRM ist nur so nützlich wie die Einträge, die tatsächlich gemacht werden.
Ein häufiges Missverständnis ist, ein CRM würde von sich aus Vertrieb betreiben oder Kunden binden. Tatsächlich bildet es nur ab, was im Vertrieb ohnehin passiert – es ersetzt weder Gesprächsführung noch Nachfassdisziplin, sondern macht beides nachvollziehbar und wiederholbar. Ebenso wird CRM oft mit reiner Kontaktverwaltung verwechselt, dabei liegt der eigentliche Wert im Nachfassen: zu wissen, welche Anfrage seit wann unbeantwortet ist und welche Verkaufschance kurz vor dem Abschluss steht, statt darauf zu hoffen, dass sich jemand daran erinnert.
CRM grenzt sich klar von einer einfachen Adressliste oder dem Kontaktbuch im E-Mail-Programm ab: Erst die Pipeline mit ihren Phasen und die Verknüpfung von Aktivitäten machen aus einer Kontaktsammlung ein CRM im eigentlichen Sinn. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zum ERP-System, das Warenwirtschaft, Rechnungen und Lagerbestände steuert, während sich ein CRM auf die Kundenbeziehung im Vertriebsprozess konzentriert – beide ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht. Auch mit einem reinen Newsletter-Tool ist CRM nicht gleichzusetzen, da Letzteres auf Massenkommunikation statt auf individuelle Kundenbeziehungen zielt. Typische Fehler entstehen, wenn ein CRM parallel zu bestehenden Excel-Listen geführt wird, sodass Kundendaten doppelt und widersprüchlich gepflegt werden, wenn nur Kontaktdaten ohne Pipeline-Phasen eingetragen werden, oder wenn Unternehmen erwarten, ein CRM würde von allein Leads generieren – ohne konsequente Pflege bleibt jedes CRM wirkungslos.
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen liegt der Nutzen vor allem darin, dass Anfragen nicht mehr von der Erinnerung einzelner Mitarbeiter abhängen. Wechselt eine zuständige Person die Abteilung, ist krank oder im Urlaub, bleibt der Verlauf einer Kundenbeziehung trotzdem nachvollziehbar – jede Notiz, jedes Angebot und jeder vereinbarte nächste Schritt steht im System und nicht nur in einer einzelnen Mailbox oder einem privaten Notizbuch.
Ein greifbares Beispiel: Ein Handwerksbetrieb erhält über die Website eine Anfrage für ein Angebot, und derselbe Interessent ruft zwei Tage später noch einmal an, weil er eine Rückfrage hat. Ohne CRM landen Website-Anfrage und Anruf möglicherweise bei zwei verschiedenen Mitarbeitern, die nichts voneinander wissen, und die Anfrage wird doppelt oder gar nicht bearbeitet. Mit CRM wird die Anfrage einmal angelegt, der Anruf als weitere Aktivität dazu vermerkt, und eine automatische Wiedervorlage sorgt dafür, dass nach Versand des Angebots auch tatsächlich nachgefasst wird – statt dass die Anfrage nach der ersten Antwort im Postfach versickert.
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