Was ist Alt-Text?
Beschreibungstext für Bilder. Wichtig für Barrierefreiheit und dafür, dass Google Bildinhalte versteht – ein oft vergessener SEO-Baustein.
Alt-Text im Detail
Alt-Text (von „alternative text") ist die Beschreibung, die im HTML-Code eines Bildes hinterlegt wird, auf der fertigen Seite selbst aber nicht sichtbar ist. Technisch steckt er im alt-Attribut des Bild-Tags, etwa alt="Handwerker montiert Solarmodul auf Hausdach". Screenreader lesen genau diesen Text vor, wenn eine blinde oder stark sehbehinderte Person die Seite besucht - das Bild selbst bleibt für sie ja unsichtbar. Lädt ein Bild aus technischen Gründen nicht (langsame Verbindung, falscher Pfad, blockierte Ressource), zeigt der Browser ersatzweise den Alt-Text an, damit trotzdem eine Information ankommt.
Worauf es ankommt, ist Konkretheit statt Kategorie. „Bild1.jpg" hilft niemandem, aber auch „Foto" oder „Baustelle" bringen kaum etwas - besser ist eine kurze, präzise Beschreibung dessen, was tatsächlich zu sehen ist und im Kontext der Seite eine Rolle spielt. Suchmaschinen können Bildinhalte bis heute nicht wirklich erkennen; sie lesen Dateiname, umgebenden Text und eben den Alt-Text, um einzuordnen, worum es auf einem Bild geht. Ein sorgfältig formulierter Alt-Text gehört damit zu den wenigen Stellen im Code, an denen man einer Suchmaschine fast wörtlich mitteilen kann, was ein Bild zeigt.
Häufig wird Alt-Text mit der sichtbaren Bildunterschrift verwechselt, die unter dem Bild steht und eine andere Aufgabe hat. Ebenso wird er oft mit dem title-Attribut gleichgesetzt, das nur bei Mauskontakt als kleiner Tooltip erscheint und für Barrierefreiheit praktisch wirkungslos ist. Der größte Irrtum aber: Alt-Text sei in erster Linie ein SEO-Kniff. Tatsächlich ist er zunächst ein Werkzeug für Barrierefreiheit; dass er nebenbei auch Suchmaschinen hilft, ist ein willkommener Nebeneffekt, kein Selbstzweck. Wer ihn deshalb mit Suchbegriffen vollstopft, etwa „Solaranlage Hannover günstig Photovoltaik Angebot", schadet eher: Für Screenreader-Nutzer klingt das wie Kauderwelsch, und Suchmaschinen werten erkennbares Keyword-Stuffing ebenfalls ab.
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Für ein kleines oder mittleres Unternehmen ist Alt-Text meist die am schnellsten zu schließende Lücke auf der eigenen Website. Bei Produktbildern, Teamfotos oder Projektaufnahmen bleibt das alt-Attribut oft leer, weil es beim Hochladen niemand ausgefüllt hat. Wer das nachträgt, verbessert zwei Dinge gleichzeitig: Die Seite wird für Menschen zugänglich, die auf Screenreader angewiesen sind, und Bilder werden über die Google-Bildersuche auffindbar - ein Kanal, über den gerade lokale Betriebe zusätzliche Besucher gewinnen können. Bei Handwerksbetrieben, Ärzten, Restaurants oder Einzelhändlern spielt die Bildersuche eine größere Rolle, als viele annehmen: Suchen wie „Vorher-Nachher Badsanierung" oder ein bestimmtes Gericht mit Namen laufen oft genau darüber.
Ein Beispiel: Ein Küchenstudio lädt ein Foto einer neu eingebauten Küche hoch. Alt-Text wie „Küche" oder der unveränderte Dateiname „IMG_2837.jpg" sagt weder Screenreader-Nutzern noch Google etwas Brauchbares. Ein Alt-Text wie „Offene Küche in Eichenholzoptik mit Kochinsel und Marmorarbeitsplatte" beschreibt dagegen, was tatsächlich zu sehen ist, ordnet das Bild inhaltlich ein und kann bei einer Bildersuche nach genau diesem Stil auftauchen. Rein dekorative Elemente - ein Hintergrundmuster, ein schmaler Trennstrich - brauchen dagegen gar keinen inhaltlichen Alt-Text; hier reicht ein leeres alt="", damit Screenreader sie korrekt überspringen, statt einen sinnlosen Dateinamen vorzulesen.
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