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Marketing-Glossar

Was ist UGC (User Generated Content)?

Inhalte im Stil echter Nutzer – z. B. authentische Videoempfehlungen. In Ads oft deutlich stärker als klassische Werbespots.

UGC (User Generated Content) im Detail

UGC (User Generated Content) bezeichnet Werbematerial, das nicht von einer Agentur oder dem Unternehmen selbst produziert wird, sondern von echten Personen – Kundinnen, Kunden, Mitarbeitenden oder unabhängigen Creators –, die ein Produkt oder eine Dienstleistung aus eigener Perspektive zeigen. Der Unterschied zum klassischen Werbespot liegt nicht nur in der Optik, sondern im wahrgenommenen Ursprung: Die Botschaft kommt scheinbar nicht vom Absender selbst, sondern von jemandem ohne offensichtlichen kommerziellen Auftrag. Genau das verändert, wie ein Video oder Bild in sozialen Netzwerken aufgenommen wird – als Empfehlung statt als Anzeige, selbst wenn es sich faktisch um bezahlte Werbung handelt.

Damit UGC diese Wirkung entfaltet, muss es formal wie organischer Content wirken: Handykamera statt Studioaufnahme, unperfekte Beleuchtung, direkte Ansprache in die Linse, wenig bis kein Schnitt. Diese Machart ist kein Zufall, sondern das eigentliche Wirkprinzip – Nutzerinnen und Nutzer scrollen an offensichtlicher Werbung vorbei, bleiben aber bei Inhalten hängen, die wie ein Beitrag aus dem eigenen Feed aussehen. Entscheidend ist zudem, dass die gezeigte Person glaubwürdig zur Zielgruppe passt und ein konkretes, nachvollziehbares Problem oder Erlebnis schildert statt allgemeiner Lobreden.

Ein verbreitetes Missverständnis ist, UGC sei automatisch kostenlos oder strategielos, weil es „nur" von Nutzern stamme. Tatsächlich wird ein großer Teil des UGC, das in Ads läuft, gezielt mit Creators produziert, die im UGC-Stil arbeiten – die Herkunft ist gestaltet, nur die Anmutung bleibt authentisch. Ebenso wird UGC häufig mit Influencer-Marketing verwechselt: Bei Influencern steht die Reichweite der Person im Vordergrund, bei UGC die Glaubwürdigkeit des Inhalts selbst, unabhängig von Followerzahlen. Und schließlich braucht echtes Kunden-UGC vor der Nutzung in bezahlten Ads immer eine ausdrückliche Freigabe der Rechte – ein Kommentar oder eine Story ist nicht automatisch für Werbung nutzbar.

Was heißt das für Ihr Unternehmen?

Wenn Sie ein kleines oder mittleres Unternehmen führen, liegt der Wert von UGC vor allem darin, dass wirksame Werbeinhalte nicht zwingend ein Kamerateam voraussetzen. Zufriedene Kundinnen und Kunden, die ohnehin über ein Produkt sprechen, liefern Rohmaterial, das sich mit wenig Aufwand in Ads-tauglichen Content übersetzen lässt – sei es durch aktives Einholen von Videostatements oder durch die Zusammenarbeit mit einzelnen Creators, die im passenden Stil produzieren. Das senkt die Einstiegshürde für Videowerbung erheblich, weil weder Studio noch aufwendige Postproduktion nötig sind.

Ein Beispiel: Ein regionaler Handwerksbetrieb, etwa ein Küchenstudio oder ein Sanitärfachbetrieb, kann nach Abschluss eines Projekts Kundinnen und Kunden bitten, kurz mit dem Smartphone zu erzählen, warum sie sich für den Betrieb entschieden haben und wie das fertige Ergebnis im Alltag wirkt. Ein solches, kaum bearbeitetes Video wirkt in einer Ad-Kampagne oft glaubwürdiger als ein professionell inszenierter Imagefilm, weil sich die Zielgruppe in der zeigenden Person wiedererkennt, statt eine erkennbare Verkaufsbotschaft zu empfangen.

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