Von Yasir A. B. · Head of TNK
Google Ads: Ihr Ziel-CPA wird ab 17. August wörtlich genommen
Im Google-Ads-Konto vieler Unternehmen liegt seit Anfang Juli eine Benachrichtigung, die leicht zu übersehen ist – und die dennoch über die Effizienz Ihres Werbebudgets im zweiten Halbjahr mitentscheidet. Google stellt zum 17. August 2026 die Funktionsweise seiner zielbasierten Gebotsstrategien um. Betroffen sind alle Kampagnen, die mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS arbeiten: Suchkampagnen, Shopping, Performance Max, Demand Gen und Display. Wer bis dahin nichts prüft, ändert nichts – aber genau das kann teuer werden, denn die Voreinstellung bedeutet für viele Konten künftig deutlich höhere Kosten pro Anfrage.
Was sich am 17. August konkret ändert
Bisher galt in budgetbegrenzten Kampagnen eine stille Reserve: Wer einen Ziel-CPA von 40 Euro hinterlegt hatte, aber mit einem begrenzten Tagesbudget arbeitete, landete in der Praxis oft deutlich darunter – etwa bei 22 Euro pro Conversion. Das System kaufte nur die günstigsten verfügbaren Klicks, weil das Budget ohnehin vorher auslief. Nach der Umstellung steuert Google das Gebot präziser auf den tatsächlich eingetragenen Zielwert zu. Aus 22 Euro werden dann Schritt für Schritt Ergebnisse in Richtung 40 Euro – bei mehr Volumen, aber auch bei deutlich höheren Kosten je Anfrage. Google begründet den Schritt mit einer konstanteren, besser planbaren Leistung. Für Werbetreibende heißt er vor allem eines: Der eingetragene Zielwert wird ab dem 17. August wörtlich genommen.
Warum gerade kleinere Budgets betroffen sind
Der Effekt trifft nicht alle gleich. Kampagnen, die ihr Budget ohnehin nicht ausschöpfen, spüren wenig. Am stärksten betroffen sind budgetbegrenzte Konten – und das sind im Mittelstand die meisten. Hinzu kommt ein zweiter Punkt, den viele Konten seit Jahren mit sich herumtragen: Ziel-CPA-Werte, die einmal beim Kampagnenstart grob geschätzt und danach nie wieder angefasst wurden. Solange die Kampagne das Ziel unterbot, fiel das nicht auf. Ab August wird aus jeder zu hoch angesetzten Schätzung ein realer Kostentreiber. Ein Konto mit 2.000 Euro Monatsbudget, das statt 90 künftig nur noch 50 Anfragen liefert, hat kein Sichtbarkeitsproblem – sondern ein Einstellungsproblem.
Die drei Optionen – und welche meist die richtige ist
Google stellt seit dem 6. Juli 2026 ein Tool im Konto bereit, das die bisherige Leistung anzeigt und drei Wege anbietet. Erstens: das Ziel unverändert lassen – sinnvoll nur, wenn Sie bewusst mehr Volumen zu höheren Stückkosten einkaufen wollen und die Marge das hergibt. Zweitens: das Ziel auf die tatsächlich erreichte Leistung absenken – für die meisten mittelständischen Konten die richtige Wahl, weil sie das bisherige Kosten-Ergebnis-Verhältnis konserviert. Drittens: einen eigenen Wert setzen, der sich am wirtschaftlich vertretbaren Preis pro Anfrage orientiert. Für diese dritte Variante brauchen Sie eine Zahl, die viele Unternehmen nie sauber ermittelt haben: Was darf ein Lead kosten, damit sich die Kampagne rechnet? Diese Rechnung – Abschlussquote mal Deckungsbeitrag – ist die eigentliche Hausaufgabe der nächsten Wochen.
Nicht vergessen: Tracking und Kontosicherheit
Jede dieser Entscheidungen ist nur so gut wie die Daten darunter. Wenn Ihr Conversion-Tracking Formularabsendungen doppelt zählt oder Anrufe gar nicht erfasst, arbeiten Sie ab August mit einem falschen Zielwert – und zwar präziser als je zuvor. Prüfen Sie deshalb vor der Anpassung, ob wirklich nur echte Anfragen als Conversion gezählt werden. Parallel hat Google zum 15. Juli 2026 für sensible Kontoaktionen wie das Ändern von Zahlungsdaten oder Administratorrechten die Anmeldung per Passkey verpflichtend gemacht. Wer hier noch nicht eingerichtet ist, steht im Zweifel genau dann vor der Tür, wenn eine Budgetanpassung eilt.
Was Sie in den nächsten zwei Wochen tun sollten
Der Ablauf ist überschaubar: Öffnen Sie die Liste Ihrer Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS und filtern Sie auf jene mit dem Status „durch Budget begrenzt". Vergleichen Sie für jede davon den eingetragenen Zielwert mit dem tatsächlichen Wert der letzten 30 bis 90 Tage. Überall dort, wo die Lücke größer als etwa 20 Prozent ist, besteht Handlungsbedarf. Nehmen Sie die Anpassung möglichst vor dem 17. August vor, nicht danach – so vermeiden Sie, dass sich zwei Veränderungen überlagern und Sie hinterher nicht wissen, welche gewirkt hat. Und bewerten Sie das Ergebnis erst nach ein bis zwei Conversion-Zyklen, nicht nach drei Tagen.
Unter dem Strich ist diese Umstellung kein Grund zur Sorge, aber ein klarer Anlass, das eigene Konto einmal ernsthaft anzuschauen – gerade in Konten, die seit Monaten stabil vor sich hin laufen. Wer seine Zielwerte kennt, sein Tracking sauber hat und weiß, was ein Lead kosten darf, kommt gestärkt aus dem August heraus. Genau diese Verbindung aus sauberem Kampagnen-Setup und ehrlicher Zahlenbasis begleiten wir bei TNK im Rahmen der Google-Ads-Betreuung – wenn Sie wissen möchten, welche Ihrer Kampagnen von der Änderung betroffen sind, ist ein kostenloses Erstgespräch der einfachste erste Schritt.
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