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Google Ads17. August 2026 6 Min.
Yasir A. B. – Head of TNK

Von Yasir A. B. · Head of TNK

AI Max: Ab September schaltet Google Ihre Kampagnen um

Wer ein Google-Ads-Konto betreut, findet dort seit einigen Wochen einen Hinweis auf „AI Max für Suchkampagnen". Dahinter steckt keine optionale Neuerung, die man in Ruhe beobachten kann: Google ersetzt damit die Dynamic Search Ads, und die Umstellung läuft am Ende automatisch. Die erste Welle beginnt bereits im September 2026. Für mittelständische Unternehmen ist das weniger eine technische Randnotiz als eine Frage der Kostenkontrolle – denn AI Max verschiebt Entscheidungen, die bisher im Konto getroffen wurden, in die Automatisierung.

Was AI Max ist – und was nicht

AI Max ist kein neuer Kampagnentyp, sondern eine Funktionsebene, die sich über bestehende Suchkampagnen legt. Sie besteht aus drei Bausteinen. Erstens einem keywordfreien Matching: Das System spielt Anzeigen auch bei Suchanfragen aus, die nicht als Keyword hinterlegt sind, weil es die Suchintention aus Assets und Website ableitet. Zweitens der Final-URL-Erweiterung, bei der Google selbst entscheidet, welche Unterseite Ihrer Website am besten zur Anfrage passt. Und drittens einer automatischen Anpassung von Anzeigentiteln und Textzeilen. Der Unterschied zu den alten Dynamic Search Ads: Diese haben ausschließlich Ihre Website ausgewertet, AI Max nutzt zusätzlich Echtzeit-Signale aus der Google-Suche. Die Reichweite wächst damit – und mit ihr das Risiko von Streuverlusten, wenn niemand Leitplanken setzt.

Der Zeitplan, den Sie im Kalender haben sollten

Google hat die Migration in Etappen gelegt und den Endtermin nach Kritik noch einmal gestreckt. Ab September 2026 werden Kampagnen mit automatisch erstellten Assets sowie kampagnenweiten Broad-Match-Einstellungen ohne Zutun auf AI Max gehoben. Ab Januar 2027 lassen sich keine neuen DSA-Kampagnen mehr anlegen – weder in der Oberfläche noch im Editor oder über die API. Und im Februar 2027 werden alle verbliebenen Dynamic-Search-Ads-Kampagnen automatisch umgestellt. Wer bis dahin nichts tut, bekommt die Umstellung trotzdem, nur eben ohne vorbereitetes Konto und mitten im laufenden Quartal.

Warum die 14 Prozent nicht Ihre Zahl sind

Google wirbt damit, dass Werbetreibende mit AI Max im Schnitt 14 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA erzielen. Diese Zahl ist ein Durchschnitt über sehr unterschiedliche Konten, und sie hat einen methodischen Haken, den Praktiker seit Monaten dokumentieren: AI Max zieht Impressionen von bestehenden Exact- und Phrase-Match-Keywords ab. Ein Teil der ausgewiesenen Leistung ist deshalb keine zusätzliche, sondern eine verschobene. Sauber bewerten lässt sich das nur, wenn Sie die AI-Max-Suchbegriffe gegen Ihre bestehenden Keywords deduplizieren. Immerhin liefert Google dafür inzwischen die passende Segmentierung: Im Keyword-Bericht können Sie nach Übereinstimmungstyp des Suchbegriffs filtern und sehen, was tatsächlich auf AI Max entfällt – inklusive CPC, CPA und ROAS. Zweiter Effekt, der gerade kleinere Konten trifft: Wenn derselbe Suchbegriff plötzlich in mehreren Kampagnen auftaucht, bieten Sie gegen sich selbst und treiben Ihre eigenen Klickpreise nach oben.

Die drei Punkte, die vor der Umstellung stehen

Erstens das Conversion-Tracking. AI Max trifft mehr Entscheidungen automatisch, und jede davon basiert auf Ihren Conversion-Daten. Wer Formularabsendungen doppelt zählt oder Anrufe nicht erfasst, gibt der Automatisierung ein falsches Ziel – nur schneller als vorher. Zweitens die Landingpages: Mit der Final-URL-Erweiterung kann Google jede indexierte Seite Ihrer Website als Ziel wählen. Ist Ihr Blog, die Karriereseite oder eine veraltete Unterseite nicht ausgeschlossen, landen zahlende Klicks dort, wo niemand eine Anfrage stellen kann. Prüfen Sie die URL-Regeln, bevor die Funktion aktiv wird, und schließen Sie aus, was nicht verkauft. Drittens die Leitplanken: Markensteuerung, regionale Eingrenzung, Textrichtlinien und vor allem gepflegte Ausschluss-Keywords auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene. Genau diese Regeln sind der Unterschied zwischen Automatisierung, die für Sie arbeitet, und Automatisierung, die Ihr Budget verteilt.

Ein pragmatisches Vorgehen bis September

Für die meisten mittelständischen Konten ist der sinnvolle Weg weder Blockade noch Blindflug, sondern ein kontrollierter Test. Sichern Sie zuerst die Leistungsdaten der letzten 90 Tage – nach der Umstellung fehlt Ihnen sonst die Vergleichsbasis. Aktivieren Sie AI Max dann in einer einzelnen Kampagne mit ausreichend Conversion-Volumen statt im gesamten Konto, lassen Sie sie mindestens zwei Conversion-Zyklen laufen und prüfen Sie wöchentlich die neuen Suchbegriffe und Landingpages. Was nicht passt, wandert sofort in die Ausschlusslisten. Erst wenn eine Kampagne stabil liefert, folgt die nächste. Wichtig ist dabei die Reihenfolge: erst Tracking und Landingpages, dann AI Max – nicht umgekehrt.

Unter dem Strich ist AI Max kein Grund zur Panik, aber ein klarer Anlass, Konten aus dem Autopilot zu holen, die seit Monaten unverändert laufen. Automatisierung belohnt gut vorbereitete Konten und bestraft schlecht gepflegte – und dieser Abstand wird mit jeder Google-Neuerung größer. Wenn Sie wissen möchten, welche Ihrer Kampagnen im September automatisch umgestellt werden und was vorher noch zu tun ist, schauen wir uns das im Rahmen unserer Google-Ads-Betreuung gemeinsam an – ein kostenloses Erstgespräch reicht für die erste Einschätzung.

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